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Der Darm ist das Tor zu Deiner Innenwelt, er entscheidet was in den Körper aufgenommen wird und was wieder ausgeschieden wird. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Darmschleimhaut, ist sie nicht intakt kann es zu Problemen kommen. Mit ihren 400 Quadratmetern ist sie übrigens neben anderen Schleimhäuten wie Mund, Lunge und Nase die Größte.

Funktionen der Darmschleimhaut

Wenn wir davon sprechen, dass unser Darm dafür zuständig ist, die Nährstoffe aufzunehmen, meinen wir eigentlich die Darmschleimhaut damit. Sie nimmt die einzelnen Nährstoffe und auch Wasser auf. Mit ihrer großen Oberfläche sorgt sie dafür, dass unser Körper optimal versorgt wird. Genauso sorgt sie aber auch dafür, dass unerwünschte Stoffe nicht in unseren Körper gelangen.

Einige Zellen in unserer Darmschleimhaut sind in der Lage körpereigene Antibiotika zu bilden, diese werden vom unspezifischen Immunsystem genutzt um Krankheitserreger zu bekämpfen.

Innerhalb von 3 Tagen, teilweise auch schon nach 36 Stunden, erneuert unser Körper die Zellen in der Darmschleimhaut. Hierfür sind bestimmte Nährstoffe wichtig, auf die ich später noch zu sprechen komme.

Die unterschiedlichen Abschnitte des Darms erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Für die Nährstoffabsorption ist hauptsächlich der Dünndarm verantwortlich. Vor der Resorption muss im Dünndarm eine enzymatische Spaltung der Nährstoffe erfolgen:

Für Kohlenhydrate haben die Saumzellen der Darmschleimhaut selbst die passenden Enzyme parat.
Für die Eiweiß- und Fettverdauung benötigt der Dünndarm die Unterstützung der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase, deren Sekrete in den Zwölffingerdarm einmünden. Auch Salze, Vitamine und Wasser werden im Dünndarm absorbiert.

Die Darmzotten sind gut durchblutet, sodass die gewonnenen Nährstoffe mit dem Blut abtransportiert werden können. Im Dickdarm werden überwiegend nur noch Mineralstoffe und Wasser resorbiert.

Aufbau der Darmschleimhaut

Der Darm ist im Wesentlichen ein mit Schleimhaut ausgekleideter muskulöser Schlauch. Sein Wandaufbau ist dreischichtig:

Innen befindet sich eine Schleimhaut (Mukosa), deren Aussehen in den einzelnen Darmabschnitten variiert.

Die mittlere Schicht ist die Tunica muscularis, die sich wiederum aus einer inneren Ringmuskel- und einer äußeren Längsmuskelschicht zusammensetzt.

Nach außen wird der Darm von einer häutigen Tunica serosa oder einer bindegewebigen Tunica adventitia abgeschlossen.

Die Darmschleimhaut weist im Dünndarm eine erhebliche Oberflächenvergrößerung auf: Sie ist nicht nur in Falten gelegt, sondern zu insgesamt etwa 4 Millionen Darmzotten ausgestülpt. Diese Darmzotten sind zusätzlich von einem Bürstensaum aus Mikrovilli überzogen. So erreicht die Darmschleimhaut eine Gesamtoberfläche von ca. 400 Quadratmetern.

Durch eine ungesunde Ernährung oder auch durch eine Zufuhr an Lebensmitteln die nicht vertragen werden, kann der Darm schaden nehmen. Der sonst dichte Verschluss der Darmzellen, auch Tight Junctions genannt, versagt und es können Nahrungsbestandteile durchgelangen. Du kannst Dir das wie eine Doppeltür vorstellen, die normalerweise eng verschlossen ist. Wenn sie schaden nimmt, steht sie ein Stück weit auf und alles kann einfach eintreten.

Es können dadurch weitere Unverträglichkeiten ausgelöst werden, aber noch problematischer ist, dass sogenannte Endotoxine, durch die Darmwand in den Blutstrom gelangen. Dies kann zu schwerwiegenden Folgen im ganzen Körper führen.

Das vermehrte Eindringen von unverdauten Nahrungsbestandteilen und Bakterientoxinen bewirkt eine Immunantwort und somit auch Entzündungsreaktionen.

Durch das Fortbestehen einer derartigen Entzündungsreaktion kommt es zu einer Verschiebung des Immungleichgewichtes zwischen dem angeborenen und erworbenen Immunsystem. Daraus können allergische Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder entzündliche Erkrankungen entstehen.

Wichtige Nährstoffe für Deine Darmschleimhaut

Damit Deine Darmschleimhaut ihre Funktionen voll erfüllen kann, ist es wichtig sie mit den essenziellen Nährstoffen zu versorgen.

Kollagen

Kollagen ist das wichtigste Strukturprotein für den Körper und stellt ca. 30 % der gesamten Proteinmenge da. Kollagen ist bekannt dafür, die Darmschleimhaut zu beruhigen und es repariert die beschädigten Zellwände in dem es die Lücken mit Aminosäuren auffüllt. Außerdem besitzt es die Fähigkeit Bindegewebe aufzubauen und kann so die Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts versiegeln.

L-Glutamin

L-Glutamin ist eine semi-essentielle Aminosäure, die sowohl vom
Körper selbst gebildet werden kann, aber auch über die Nahrung aufgenommen wird. Die Aminosäure ist im menschlichen Körper für viele Stoffwechselfunktionen zuständig. Im Dünndarm dient über die Nahrung aufgenommenes Glutamin als Energiequelle für die Darmwandzellen. Wenn zu wenig Glutamin gebildet oder aufgenommen wird, kann die Darmschleimhaut unter der niedrigen Energiezufuhr leiden. Für eine gesunde Darmschleimhaut sind eine intakte Darmfunktion und Struktur wichtig und das stetige Nachwachsen von Zellen. All diese Prozesse können mit einer ausreichenden Menge an Glutamin gestärkt werden.

Vitalpilz Hericium

Der Hericium wurde bereits in der traditionell chinesischen Medizin bei Magen-Darm-Beschwerden angewendet. Er wird übrigens auch Igelstachelbart genannt und wirkt unterstützend beim Aufbau der Darmschleimhaut. Das enterische Nervensystem (ENS) liegt in der Darmwand, wenn hier vor allem der Sympathikus aktiv ist, kann es zu typischen Reizmagen-Symptomen kommen. Der Igelstachelbart hat eine entspannende und ausgleichende Wirkung auf unser Nervensystem und kann so für eine Linderung der Symptome sorgen.

Zink
Bei Entzündungen des Verdauungstraktes liegt sehr häufig ein unerkannter Zinkmangel vor. Dieser äußert sich unter anderem über das Hautbild, trockene Haare oder Haarausfall, eine erhöhte Infektanfälligkeit, Appetitslosigkeit oder auch lockeren Stühlen. Der Zinkmangel entsteht häufig durch regelmäßige Durchfälle oder auch durch Resorptionsstörungen. Zink gehört zu den essenziellen Spurenelementen und muss folglich bei einem Zinkmangel supplementiert werden. Zink ist außerdem ein wichtiger Baustein des körpereigenen Abwehrsystems.

Polyphenole
Polyphenole sind bioaktive Pflanzenstoffe, die entzündungshemmend und antioxidativ wirken. Außerdem wirken sie sich positiv auf die Darmschleimhaut und somit auch auf die Darmbarriere aus. (1) Quercetin ist z.B. so ein Polyphenol und Du findest den Wirkstoff vor allem in Äpfeln, Zwiebeln und grünem Blattgemüse.

Magnesium
Magnesium ist ein lebenswichtiges Mineral und an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. Magnesium ist unter anderem
für das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln wichtig und das
ist natürlich auch für den Verdauungstrakt relevant. Außerdem ist Magnesium ein Co-Faktor für viele andere Nährstoffe, das heißt, ohne das Magnesium können diese Nährstoffe nicht vom Körper optimal aufgenommen werden.

MSM
MSM steht für organischer Schwefel oder auch Methylsulfonylmethan. Schwefel ist ein sehr wichtiges Element für uns, so dass sich ein Mangel negativ auf unser Wohlbefinden auswirken kann. Es wirkt gegen Entzündungen, Verstopfungen oder auch einen übersäuerten Magen. Außerdem kann es die Symptome bei Lebensmittelunverträglichkeiten lindern.

Brokkoli
Eine Studie (2) der Penn State University hat 2017 gezeigt, dass Brokkoli nachweislich den Darm schützen kann. Die Probanden die Brokkoli aßen konnten besser auf die Symptome des Leaky Gut Syndroms reagieren. Beim Leaky Gut Syndrom ist die Darmschleimhaut „porös“ so dass nicht nur Nährstoffe in die Blutbahn gelangen, sondern auch Bakterien, Toxine oder auch unverdaute Nahrungsbestandteile, die dann für Entzündungen sorgen.

Fazit

Die Darmschleimhaut übernimmt lebensnotwendige Funktionen und sollte aus diesem Grund intakt gehalten werden. Dies ist mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung möglich, mit der wir sicherstellen alle notwendigen Nährstoffe aufzunehmen. Eine intakte Darmschleimhaut ist die Basis für Deine Darmgesundheit.

Quellen:

  1. Yang, G., Bibi, S., Du, M., Suzuki, T., & Zhu, M.-J. (2016). Regulation of the intestinal tight junction by natural polyphenols: A mechanistic perspective. Critical Reviews in Food Science and Nutrition, 57(18), 3830–3839. doi:10.1080/10408398.2016.1152230 
  2. Penn State, „Like it or not: Broccoli may be good for the gut.“ ScienceDaily, 12. Oktober 2017