Ich hatte jahrelang durch eine falsche Ernährung bzw. durch zur eine geringe Zufuhr an Essen mit Darmproblemen zu kämpfen. Ich hatte Verstopfungen und fast täglich einen Blähbauch. Kein Arzt konnte mir damals helfen und auch kein Arzt hat mich darauf Aufmerksam gemacht, dass ich meine guten Darmbakterien mit gesunden Lebensmitteln füttern muss. Letztendlich hat mir eine Heilpraktikerin geholfen.

Wie auch ich, fangen die meisten erst dann an sich mit ihrer Darmgesundheit zu beschäftigen, wenn sie ein akutes Problem haben. Aktuelle Studien zeigen aber, dass ein gesunder Darm enorm wichtig für die Gesundheit deines ganzen Körpers ist. Funktioniert der Darm nicht richtig, funktioniert auch meist etwas anderes nicht.

Was Du über den Darm wissen solltest

Der Darm sitzt im Bauchraum und lässt sich in drei Teile unterteilen:

  • Dünndarm
  • Dickdarm
  • Enddarm oder auch Mastdarm

Der Dünndarm schließt direkt an den Magen an und hat die Aufgabe die vorverdaute Nahrung weiter zu verdauen und die verwertbaren Nährstoffe über die Darmschleimhaut in den Körper aufzunehmen. Der Rest der Nahrung, der nicht verdaut werden konnte, wandert in den Dickdarm.
Die Forschung hat sich in den letzten Jahren vor allem den Dünn- und Dickdarm angeschaut, da diese das zu Hause von Milliarden von Bakterien sind, das Mikrobiom. Unser Mikrobiom macht ca 2-3% unseres Körpergewichts aus. Es wiegt also genauso viel wie andere Organe.

Diese Darm-Bakterien erfüllen täglich einen wichtigen Job für uns, sie helfen uns unser Essen zu verdauen, sie sind am Stoffwechsel beteiligt, produzieren Vitamine und regulieren unser Immunsystem. Ca. 70 % unseres Immunsystems sitzt im Darm.
Du siehst also, wenn die Funktionen im Darm eingeschränkt sind hat das Auswirkungen auf die Gesundheit deines gesamten Körpers. Aber auch Millionen von Nervenzellen befinden sich im Darm, 90 % von diesen Nervenzellen führen zum Gehirn.
Lediglich 10 % führen vom Gehirn zum Darm. Das ist auch der Grund warum wir viele Emotionen zuerst im Bauch spüren. Dein Darm ist quasi ein Abbild von deinem Gehirn.

„It’s all in the gut“

Dein Immunsystem hat mehr zu bieten als gegen eine Erkältung anzukämpfen. Es ist quasi dein Abwehrsystem gegen Erkrankungen, Infektionen und Krankheiten. Jeden Tag kämpft es gegen Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten und es reguliert anormale Substanzen im Körper wie z.B. kaputte oder krebsartige Zellen.
Der Darm ist der Bereich wo ein Austausch zwischen uns und der Außenwelt stattfindet. Wie schon oben erwähnt sitzen 70 % des Immunsystems im Darm und das ist auch gut so. Denn der Darm ist auch der Bereich, der mit vielen unbekannten Substanzen in Kontakt tritt, dies können z.B. Giftstoffe und Krankheitserreger sein.

Studien zeigen, dass die Gesundheit unserer Darmbakterien und die Funktionalität der Darmwand einen entscheidenen Effekt auf unser Immunsysytem haben. Und genau aus diesem Grund schaut sich die Forschung mittlerweile auch die Verbindung von Darmgesundheit und bestimmten Krankheiten an.
Krankheiten wie Asthma, Autismus, Metabolisches Syndrom, Depressionen, chronische Müdigkeit, Blasenentzündungen, Parkinson und Autoimmunerkrankungen wie Arthritis, MS und Diabetes Typ 1 sind auf eine Imbalance der Darmbakterien und Störung der Funktion der Darmwand zurückzuführen.

Weitere Darmerkrankungen von denen du bestimmt schon gehört hast sind:

  • Reizdarmsyndrom
  • Morbus Crohn
  • Colitis Ulcerosa
  • Leaky Gut
  • Lebensmittel Allergien
  • Lebensmittel Unverträglichkeiten

Es lohnt sich also präventiv den Darm gesund zu halten.

Was sind die Ursachen für einen ungesunden Darm?

Während unserer Geburt (natürliche Geburt) kommen wir zum ersten Mal mit Darmbakterien in Berührung. Im Anschluß daran, erhalten wir als Baby die Darmbakterien der Mutter über die Muttermilch. Babys die nicht gestillt werden, erhalten Darmbakterien in der Pre-Milch. Sobald wir feste Nahrung zu uns nehmen, nehmen wir die Bakterien über die Nahrung aber auch über unsere Umwelt auf.

In den letzten Jahrzehnten sind wir Menschen allerdings einem Reinigungstick verfallen, so dass wir mit viel weniger Bakterien in Berührung kommen als noch unsere Vorfahren. Dazu kommt, dass Lebensmittel mittlerweile stark verarbeitet sind und wir unseren Verzehr von fermentierten Lebensmitteln über die Jahre stark reduziert haben.

Ich habe neulich erst gelesen, dass Forscher in New York eigentlich empfehlen alle Neugeborenen Babys einmal durch die New Yorker Central Station zu rollen, damit sie alle möglichen Bakterien aufnehmen und so ein starkes Immunsystem aufbauen können. Klingt logisch aber macht natürlich keine Mutter.

Folgende Faktoren können deine Darmgesundheit beeinflussen:

  • Antibiotika
  • Schmerzmittel
  • Die Pille
  • Lebensmittel die du nicht verträgst
  • Entzündungsfördernde Lebensmittel
  • Chlor
  • Fleisch von Tieren die Antibiotika bekommen haben
  • Chronischer Stress
  • Nährstoffmangel
  • Zu wenig Schlaf
  • Wiederkehrende Darminfekte

Natürlich macht es Sinn all diese Stressoren zu vermeiden. Aber es ist auch klar, dass das nicht immer funktioniert. Daher solltest du dir Strategien aneignen wie du nach z.B. einer Einnahme von Antibiotika deinen Darm wieder aufpäppeln kannst.
Im Folgenden verrate ich dir meine Strategien die du nicht nur in akuten Fällen anwenden kannst, sondern auch im Alltag um deinen Darm zu stärken und mehr Energie zu haben.

10 Tipps für deine Darmgesundheit

  1. Vermeide Lebensmittel die du nicht verträgst
    Lebensmittel die du nicht verträgst kann dein Darm nicht verdauen. Sie sind im Verdauungsprozess Störfaktoren mit denen dein Darm zu kämpfen hat und können zu Krämpfen, Durchfall, Verstopfungen, und Blähungen führen. Durch einen Lebensmittelreaktionstest kannst Du ziemlich schnell heraus finden, welche Lebensmittel Du nicht verträgst.
  2. Probiotische Lebensmittel
    Probiotika sind lebende Mikroorganismen (gute Bakterien) die vor allem in Schmutz und Lebensmitteln zu finden sind. Durch Fermentierungsprozesse können solche Bakterien am Leben gehalten werden. Du solltest also unbedingt probiotische Lebensmittel wie Joghurt, Kefir, Sauerkraut, Kombucha, Kimchi, Tempeh und Apfelessig in deine tägliche Ernährung aufnehmen.
  3. Probiotikum
    Wenn du keine fermentierten Lebensmittel magst, kannst du auch ein Probiotikum einnehmen. Ich nehme dieses hier.
  4. Präbiotika
    Präbiotika sind unverdauliche Lebensmittelbestandteile (z.B. Inulin) die von den Darmbakterien gegessen werden. Sie verhelfen den Darmbakterien zu Wachstum und Leistungsfähigkeit. Präbiotika findest du z.B. in Chicorée, Schwarzwurzel und Topinambur. Präbiotika solltest du langsam einführen, denn sie können zu Blähungen führen.
  5. Gluten vermeiden
    Gluten ist ein Protein, dass wir nich komplett verdauen können. Es wandern also kleine nicht verdaubare Teile des Proteins in den Dünndarm und sorgen dort für eine verzögerte Verdauung von anderen Nährstoffen. Nun ist es nicht immer leicht auf Getreide zu verzichten. Eine gute Alternative sind z.B. ein gekeimtes Brot aus Buchweizen, Amaranth, Quinoa, Sorghum oder Hirse. Kokosmehl ist eine weitere gute Alternative.
  6. Regionale Lebensmittel
    Regionale Lebensmittel haben den Vorteil, dass sie die Bakterien beinhaltet, die für deinen Lebensraum wichtig sind. Sprich diese Bakterien haben auch die passenden Abwehrkräfte um gegen die Viren in deiner Umgebung anzukämpfen. Lebensmittel aus anderen Ländern oder sogar Kontinenten besitzen schlichtweg nicht die wichtigen Bakterienstämme für dich.
  7. Stress vermeiden
    Der Verdauungsprozess ist ein Prozess der im Kopf beginnt. Wir bereiten uns bereits mental auf die Nahrungsaufnahme vor. Wenn wir aber gestresst, nervös, unterwegs auf die schnelle und nicht entspannt essen führt das zu einer geringeren Produktion von Magensäure. Nimm dir also Zeit zum Essen, sitze aufrecht am Tisch, atme ein paar Mal entspannt ein und aus, lasse deine Sinne wirken und kau dein Essen mindestens 15 Mal.
    Stress kann sich aber nicht nur auf die Lebensmittelaufnahme negativ auswirken, sondern auch auf unsere Darmbakterien. Wenn wir stress haben, wird unserem. Körper Gefahr signalisiert. In diesen Momenten fährt der Körper die Verdauungsprozesse zurück und reagieren zu können.
  8. Knochenbrühe
    Traditionell gekochter Knochenbrühe sind heilende Bestandteile wie Kollagen, Prolin, Glycin, Glucosamin, Chondritinsulfat und Glutamin enthalten. Glutamin und Kollagen haben spezielle Darmheilende Wirkungen.
    Glutamin ist eine Aminosäure die als primärer Brennstoff für die Darmzellen fungiert, die ebenfalls die Darmbarriere verstärken kann. Das wiederum kann bei dem Leaky Gut Syndrom helfen.
    Kollagen ist der Kleber das Knorpelgewebe zusammenhält. Beim Kochen von Knochenbrühe wird Kollagen in Gelatine umgewandelt. Gelatine beruhigt den Darm, verbessert Verdauungsprozesse und kann ebenfalls die Produktion von Magensäure anregen. Knochenbrühe enthält ebenfalls Mineralien wie Calcium, Magnesium, Phosphor, Silizium und Schwefel die der Körper gut absorbieren kann.
  9. Unterstütze die Magensäureproduktion
    Magensäure wird vom Magen produziert um die Lebensmittel die wir gegessen haben zu verdauen. Ca. 90 % der Menschen haben zu wenig Magensäure da sie zu schnell essen, nicht richtig kauen, zu viel Stress haben, zu wenig von den Nährstoffen aufnehmen die für die Produktion der Magensäure gebraucht werden oder zu viel Zucker oder Weißmehl essen. Wenn wir zu wenig Magensäure produzieren werden unverdaute Lebensmittelpartikel in den Dünndarm geleitet und das kann zu Blähungen, Durchfall, Verstopfungen und einer Dysbiose führen. Um die Magensäureprosuktion zu unterstützen, kannst du Apfelessig zu dir nehmen.
    1 -2 TL in ein Glas Wasser geben und ca. 30 Mindern vor dem Essen trinken.
  10. Darmwand aufbauen / pflegen
    L-Glutamin ist eine essentielle Aminosäure die eine entzündungshemmende Wirkung hat. Sie unterstützt ebenfalls den Aufbau zw. erhalt der Darmwand. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie dabei hilft, die Zellwände zu verdicken. Du kannst L-Glutamin täglich präventiv einnehmen.

Auch wenn du vielleicht nicht alle 10 Tipps auf einmal anwenden wirst, hast du nun einige Strategien die du nutzen kannst um deine Darmgesundheit zu erhalten bzw. zu verbessern.

Grundsätzlich macht es übrigens immer Sinn seine Stuhlprobe untersuchen zu lassen. Das kostet zwar etwas Überwindung und ist auch nicht kostenfrei, aber du erfährst unheimlich viel über deine Darmbakterien. Die Bakterien im Stuhl sind zwar nicht das identische Abbild deiner Bakterien im Darm, geben dir aber trotzdem einen guten Überblick wie es in deinem Darm aussieht. So kannst du z.B. mit den Informationen ein auf dich abgestimmtes Probiotikum auswählen und nehmen.

Deine
Hannah